• Ein unbekannter Kommentator  meines Blogs wollte mehr von der S2k hören, er soll nicht enttäuscht werden.

    Ich hatte bereits erwähnt, dass in dieser Klasse zuweilen die Erregung aus dem Nichts entsteht. Manchmal gibt es aber auch einen guten Grund für erregende Momente, die sich dennoch anderen Zeitgenossen nicht so offensichtlich präsentieren. So habe ich die Seite 59 in unserem Lehrbuch bisher für völlig harmlos gehalten und auch bei häufiger Lektüre nur diverse Übungen erkennen können. Nicht so die S2k, die nicht einfach nur die Verben lire, dire und écrire in Übung 3 einsetzte, sondern auch erkannte, dass sich daneben ein pornographisches Foto befindet.

    Schulbibliothek mit Pornographie

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Ein CDI in einer französischen Schule, also eine Schulbibliothek, aber der Teufel bzw. die Hölle steckt im Detail. Noch nicht gefunden?

    Ich brauchte tatsächlich eine Lesebrille und fand es sogar dann noch schwierig. Ganz unten links in der Ecke im Zeitschriftenregal befindet sich das erregende Detail.

    Konjugation und Kopulation  esprits tordus 

    Wenn man sehr gute Augen hat und den geschulten Blick der S2k, erkennt man das Wort sexe mit gekreuzten Körpern als x. Bevor ich soweit war, hatte man bereits den Titel "Les enfers du sexe", also die Höllen des Sex, gegoogelt und war auf die Zeitschrift gestoßen. Allerdings ist es kein Pornoblatt, das da in einer Schule ausliegt, sondern die überaus renommierte Literaturzeitschrift Magazine Littéraire.

    Junge Menschen müssen an die Literatur herangeführt werden.

     

     

     

     

     

     

     

     

    Trotzdem bin ich mir sicher, welche Einzelheiten des Französischunterrichts den Studierenden in Erinnerung bleiben werden. Die Verben lire, dire, écrire wahrscheinlich nicht.

     


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  • Zu meiner großen Überraschung schlug Alex aus der S2k heute vor, die Klasse könnte in einem Blog etwas über mich schreiben, schließlich würde ich sie ja auch in meinem Blog verwenden. Woher sie überhaupt über meinen Blog Bescheid wissen, war nicht ganz klar, irgendjemand hatte ihnen davon erzählt. Leonie hatte auch gelesen, dass ich sie zitiert habe und es dafür sogar einen Kommentar gab.

    Getretner Quark wird breit, nicht stark. (J.W. Goethe)Eigentlich ist mein kleiner Blog ja nur so für mich und ein paar Bekannte und Studierende, die schlau genug sind, ihn zu finden. Meine KollegInnen haben vermutlich keine Ahnung oder kein Interesse, allerdings weiß meine Klasse natürlich davon, da sie öfter zitiert wurde. Kann es sein, dass der Kommentator aus meiner Klasse stammt und sich auf die Suche nach Leonie mit den samtig-weichen Lippen gemacht hat? Von allen Optionen erscheint mir diese als die wahrscheinlichste und ich hätte sogar eine Vermutung. Es könnte aber auch eine Familiensache sein, manchmal sprechen Brüder ja miteinander.

    Na denn, liebe S2k, weiter so! Meine Klasse ist ja nun fast fertig, da kommt nicht mehr viel.


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  • Eigentlich hatten wir das Thema Sprachvarietäten in der S4b bereits abgeschlossen, aber die Zeitungsnachricht über die Rentnerin Marlies Krämer und ihren Rechtsstreit gegen die Sparkasse musste doch zum Thema Gendersprache noch gewürdigt werden.

    Gerade hatte der Bundesgerichtshof entschieden, sie habe kein Recht darauf, von der Sparkasse in Formularen als "Kundin" statt als "Kunde" angesprochen zu werden. In dem Zusammenhang konnte man einiges darüber lesen, dass Frau Krämer bereits in anderen Fällen auf sprachliche Ungleichbehandlung aufmerksam gemacht hatte.

    Das war auch bei einem der Herren in der Klasse angekommen, der sich darüber ausließ, dass diese Frau Krämer ja eine nervige Feministin sei, die sich andauernd darüber beschwerte, wenn Frauen in der Sprache diskriminiert würden.

    Wenn ihn das schon störte, wie wäre es dann erst, wenn Frauen womöglich auch noch gleiches Gehalt haben wollten, fragte ich ihn.

    Die Antwort kam prompt und folgerichtig, aber hoffentlich nicht ganz ernst gemeint: "Ja genau, wer soll das denn bezahlen?"

     


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  • Nicht dass ich schon Altersdepressionen hätte, die spare ich mir für nächste Woche auf. Aber manchmal wird man doch sehr unsanft daran erinnert, dass auch der geistige Verfall immer näher rückt.

    Gestern Abend in der 4b sprachen wir über den Einfluss anderer Sprachen auf das Deutsche, besonders über Anglizismen. Am Schluss teilte sich die Klasse in zwei Gruppen, um diese entweder zu verteidigen oder zu kritisieren.

    Aus der Gruppe der Puristen kam das Argument, dass es gerade für ältere Leute schwer sei, Anglizismen zu verstehen. Da setzte bei mir bereits die erste Stufe einer leichten Depression ein. Niederschmetternd war allerdings Annabelles Gegenargument: Das ist nicht so schlimm, die leben ohnehin nicht mehr so lange.


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  • Die Französischstunde in der S2k endete heute mit einem Liebesdrama, eventuell auch zwei. Im Hörtext über die Wohngemeinschaft in der Altstadt von Lyon sagt einer der Mitbewohner, als sein Kumpel ein Zimmer für ein "hübsches Mädchen" reservieren will: "Vergiss Nina!"

    Zum Glück war das am Schluss der Stunde, denn danach war die Klasse doch recht aufgewühlt. Leonie aber blieb ganz ruhig, blickte Daniela tief in die Augen und sagte: "Ich möchte dich küssen mit meinen samtig-weichen Lippen."

    In der Stunde ging es um Häuser und Wohnungen, Inneneinrichtung, eine Wohngemeinschaft, Adressen und einen Mietvertrag. Nichts Aufregendes eigentlich und schon gar nichts Erregendes. Aber die Erregung entsteht in dieser Klasse sowieso manchmal aus dem Nichts.


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