• Eigentlich hatten wir das Thema Sprachvarietäten in der S4b bereits abgeschlossen, aber die Zeitungsnachricht über die Rentnerin Marlies Krämer und ihren Rechtsstreit gegen die Sparkasse musste doch zum Thema Gendersprache noch gewürdigt werden.

    Gerade hatte der Bundesgerichtshof entschieden, sie habe kein Recht darauf, von der Sparkasse in Formularen als "Kundin" statt als "Kunde" angesprochen zu werden. In dem Zusammenhang konnte man einiges darüber lesen, dass Frau Krämer bereits in anderen Fällen auf sprachliche Ungleichbehandlung aufmerksam gemacht hatte.

    Das war auch bei einem der Herren in der Klasse angekommen, der sich darüber ausließ, dass diese Frau Krämer ja eine nervige Feministin sei, die sich andauernd darüber beschwerte, wenn Frauen in der Sprache diskriminiert würden.

    Wenn ihn das schon störte, wie wäre es dann erst, wenn Frauen womöglich auch noch gleiches Gehalt haben wollten, fragte ich ihn.

    Die Antwort kam prompt und folgerichtig, aber hoffentlich nicht ganz ernst gemeint: "Ja genau, wer soll das denn bezahlen?"

     


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  • Nicht dass ich schon Altersdepressionen hätte, die spare ich mir für nächste Woche auf. Aber manchmal wird man doch sehr unsanft daran erinnert, dass auch der geistige Verfall immer näher rückt.

    Gestern Abend in der 4b sprachen wir über den Einfluss anderer Sprachen auf das Deutsche, besonders über Anglizismen. Am Schluss teilte sich die Klasse in zwei Gruppen, um diese entweder zu verteidigen oder zu kritisieren.

    Aus der Gruppe der Puristen kam das Argument, dass es gerade für ältere Leute schwer sei, Anglizismen zu verstehen. Da setzte bei mir bereits die erste Stufe einer leichten Depression ein. Niederschmetternd war allerdings Annabelles Gegenargument: Das ist nicht so schlimm, die leben ohnehin nicht mehr so lange.


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