• Der große Toilettenstreit

    Es gibt einen Ort an unserer Schule, an dem man ungesehen machen kann, was man will. Aus diesem Grund kann der Ort natürlich auch bei Klausuren zweckentfremdet werden, weshalb jeder Toilettengang Misstrauen erweckt. Zwar kann ich das Handy einfordern, gern auch das zweite, aber was ist mit dem dritten? Und was mit Zetteln in Schuhen und Kleidung oder vorher auf der Toilette deponierten Büchern und anderen Materialien? Oder der Bibliothek im Kofferraum, denn schließlich kann der Toilettengang auch auf den Parkplatz führen.

    Der Toilettenstreit in meiner Klasse ging aber nicht von misstrauischen Lehrern aus, sondern von Studierenden, die sich durch die Unruhe gestört fühlten. Bei 25 Studierenden, von denen jeder zweimal zum Klo geht, macht das 50 Gänge, also 100 mal Tür auf oder zu, Stuhl rücken, rascheln, durch die Reihen laufen. Das halte ich auch für inakzeptabel bei einer Klausur, die volle Konzentration verlangt.
    Übrigens gibt es das Phänomen auch im normalen Unterricht, eine Kollegin sprach bereits von "Fußgängerzone".

    Der große ToilettenstreitZudem scheint es so zu sein, dass bereits in der ersten halben Stunde Leute auf die Toilette gehen, die gerade vorher Pause hatten. Aber natürlich macht es Sinn, sich bereits zu Beginn einer Klausur auf dem iPhone über das Thema zu orientieren und nicht etwa eine halbe Stunde Zeit zu verlieren. Gleichermaßen sinnvoll ist es, gegen Schluss der Klausur zu gehen, wenn die ersten abgegeben haben und zu Beratungsgesprächen zur Verfügung stehen.  Wird einem dies naturgemäß verwehrt, stört man die Schreibenden durch eine aussichtslose Diskussion, wie dringend das Bedürfnis ist.

    Die irrwitzigsten Argumente, die ich in meiner Klasse gehört habe:
    - Ich trinke täglich 4 bis 5 Liter, deshalb muss ich dauernd aufs Klo.
    Lösung: Trinken Sie einfach vor der Klausur weniger. Und informieren Sie sich über die Schäden, die übertriebenes Trinken verursachen kann.
    - Wer sich bei der Klausur konzentrieren muss, soll in ein gesondertes Kabuff gesetzt werden.
    Lösung: Wer bei einer Klausur ständig seine Blase entleeren muss, sollte in ein eigenes Kabuff gesetzt werden, also in eine Klausurtoilette.
    - Ich kann nicht vorsorglich in der Pause aufs Klo gehen oder wenn ich sehe, dass die ersten abgeben, denn genau da muss ich nicht. 
    Lösung: Wer dann nicht kann oder muss, hat auch keine volle Blase und hält noch ein Stündchen durch.

    Meine Lieben, Sie wollen einen Abschluss erreichen, der Sie zum Studium berechtigt? Dann gewöhnen Sie sich schon mal an die Regelungen der Unis, die weniger zimperlich mit Ihrem Blasenspiegel umgehen.
    Und gewöhnen Sie sich an, vor der Klausur zu lernen, statt während der Klausur zu spicken.


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