• Rasier dich mal, du Schattenmorelle!

     

    BonnManchmal kann man zwei Fächer auf angenehme Art verbinden, zum Beispiel Geschichte und Französisch, so geschehen am Dienstag bei einer Exkursion der S3c* nach Bonn, wo wir die Napoleon-Ausstellung in der Bundeskunsthalle sahen.

    RauchereckeRauchereckeRauchereckeLeider hatten wir es zunächst mit dem großen Philosophen Konfuzius zu tun, der bekanntlich sagte:"Der Weg ist das Ziel."   Unser Weg dehnte sich bereits im Bahnhof Wesel ziemlich in die Länge, da der Rhein-Express erhebliche Verspätung hatte. Die Verspätungen scheinen so sehr an der Tagesordnung zu sein, dass sich sogar McDonalds im Weseler Bahnhof niedergelassen hat, um die Reisenden mit Wärme, Speis und Trank zu laben.

    BonnIn Bonn angekommen nahmen wir sofort die U-Bahn zur Museumsmeile, obwohl Herr T. in der Passage unterm Bahnhof noch ein Maniküre-Studio entdeckte und kurz überlegte, sich die Fingernägel machen zu lassen. Die Aussicht auf etwa 1000 Fotos im Internet hielt ihn wohl davon ab. Sehr schade, das wäre die ultimative Werbung für unsere Schule und meinen Blog geworden.Raucherecke
    Die Ausstellung selbst fand ich äußerst interessant und informativ, auch hervorragend gegliedert. Sie wirkte zunächst nicht so groß, aber man betrat immer wieder neue Räume, die jeweils einen speziellen  Aspekt des Themas beleuchteten. Jeder fand so seine persönlichen Interessen und Schwerpunkte. Raucherecke
     BonnWährend einige Damen sich für die überdimensionalen Reiterbilder von Napoleon begeisterten und ihre Wohnzimmer damit schmücken würden, war ich kurz davor, vor einer Kopie des Steins von Rosetta niederzuknien. Daniel erkundigte sich, was man wohl auf Ebay für das Original bekäme. Hendrik darauf: "Lebenslänglich." Das muss natürlich in meine Sammlung witziger Sprüche.
    RauchereckeDie größte Ausdauer bei der Betrachtung der Exponate hatte übrigens Christian, während die Mädchen bereits in Aufbruchstimmung waren, weil sie entweder Hunger hatten oder noch Bonns Qualitäten als Shopping-Stadt erkunden wollten.
    Und so kam es, dass wir in der Innenstadt plötzlich alle Studierenden verloren an das Steakhaus Maredo bzw. die Galeria Kaufhof. Isabelle hatte bereits vorher der Idee einer vegetarischen Ernährung den Kampf angesagt und sich ein schönes Steak gewünscht. Funda hingegen wäre fast nach Köln gefahren, weil sie der Quantität und Qualität Bonner Geschäfte nicht traute. Zum Glück konnte Bonn sie dann doch überzeugen, was die vielen Tüten bewiesen, die sie mit nach Bocholt nahm.
     Anscheinend haben dann auch noch alle den Weihnachtsmarkt erkundet, wobei die Männer mehr die Glühweinstände testeten und die Frauen Wichtelgeschenke suchten.
     BonnBonnBonnAuch ich genoss mal wieder den Weihnachtsmarkt und direkt daneben die überraschende Ruhe im Bonner Münster mit seinem wunderschönen Innenhof. Und natürlich die Buchläden meines Vertrauens!

    Die Rückfahrt war noch abenteuerlicher als die Hinfahrt. Konfuzius hatte wieder zugeschlagen und unseren Weg um eine Stunde verlängert. Es fing ganz harmlos an mit fünf Minuten Verspätung in Bonn, die aber bis Köln locker auf 20 Minuten ausgedehnt werden konnten. Bis Wesel hatte sich die Verspätung dann so sehr verlängert, dass der Bocholter schon weg war und wir auf den letzten Zug warten mussten. Um nicht zu erfrieren, verbrachten wir die Zeit mal wieder bei McDonalds. Ob Konfuzius sich das so vorgestellt hatte?

    BonnBonnBonnZurück zum Bonner Bahnhof. Während wir auf Gleis 1 warteten, betrat ein Herr mit imposanter Stimmgewalt den Ort des Geschehens und zog die Aufmerksamkeit der Reisenden auf sich. Offensichtlich war er psychisch desequilibriert und betrunken, aber ein großer Freund der Eisenbahn. Er begann auch sofort, den Verkehr zu regeln und eigene Durchsagen zu verkünden. "Sehr geehrte Damen und Herren, wegen Schneeverwehungen auf Gleis 1 hat der Zug Verspätung." "Bitte drängeln Sie nicht beim Einsteigen, alle Reisenden werden mitgenommen." Tatsächlich stieg auch er in den Rhein-Express, und zwar in den gleichen Wagen wie wir. Da der Zug überfüllt war, konnten wir ihm auch nicht entfliehen und mussten so vieles erfahren, was wir nicht wissen wollten. Seine erste Sorge galt Daniel, dem er riet: "Rasier dich mal, oder hat der Weihnachtsmann Urlaub?" Allerdings trug der Herr mit der lauten Stimme selbst einen Vollbart, Daniel dagegen hat überhaupt keinen Bart. Später erfand er dann liebevolle Namen für die Mitreisenden und bezeichnete u.a. Sevilay als "Schattenmorelle" und Hendrik als "Blondie". (Eigentlich dachte ich, Daniel sei die Schattenmorelle gewesen, daher der Titel, aber ich habe es auch vermieden, den Redner allzu genau anzusehen.) Ein Lob übrigens unseren Männern, die sich tapfer vor die Mädchen gestellt haben.

    *Alle Personen auf den Fotos waren ausdrücklich einverstanden mit der Veröffentlichung.

     


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  • Commentaires

    1
    hdorn
    Jeudi 23 Décembre 2010 à 08:09

    Schön, mal wieder von euren Schulabenteuern zu lesen.

    War das euer letzter Schultag?  Schöne Ferien! Bonnes vacances!

    2
    karinkornelia Profil de karinkornelia
    Jeudi 23 Décembre 2010 à 15:21

    Nein, eigentlich ist heute der letzte Schultag. Aber wir haben einen flexiblen Ferientag, ich bin also frei und flexibel. Unvorstellbar, dass wir hier bis einen Tag vor Heiligabend arbeiten müssen, oder? Na ja, es will ohnehin keiner mehr arbeiten in diesem Jahr. Deshalb bietet es sich an, in dieser Woche außerschulische Lernorte zu besuchen.

    3
    Da
    Jeudi 23 Décembre 2010 à 21:47

    Zu mir hat der Mann nur gesagt:"Rasier dich mal, oder hat der Weihnachtsmann Urlaub" und Sevilay war die "Schattenmorelle"

    4
    karinkornelia Profil de karinkornelia
    Jeudi 23 Décembre 2010 à 23:03

    Echt? Ich war mir sicher, dass er Sie gemeint hat, Sevilay ist  doch als erste geflohen. Na ja, man kann nicht alles haben. Den Titel lass ich trotzdem, der gefällt mir einfach.

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