• Patrie et sacs à mainSeit gestern Nacht bin ich endlich im Besitz einer Kokarde. Diese Abzeichen kamen besonders während der französischen Revolution in Mode, um seine revolutionäre Gesinnung zur Schau zu stellen. Meine Kokarde ist ein bisschen harmloser und beweist nur, dass niemandem in meiner Klasse eine gewisse Vorliebe für Frankreich und Taschen aller Art verborgen blieb. Na gut, wir waren ja zusammen in Nizza und auf dem Markt in Ventimiglia. Und ich war auch nicht die einzige, die Handtaschen gekauft hat. Seit gestern habe ich übrigens auch eine plüschige Nilpferdtasche, die ich wohl als Etui benutzen werde.

    Natürlich bekamen alle Kolleginnen und Kollegen eine Kokarde, es gab die Sportskanone, Königin Pythagora, das Windschiff, den Absteiger, die Lady mit dem Einhorn, Mr. Perfect und Miss Pingelig. Vermutlich werden nicht alle ihre Kokarden mit der gleichen Begeisterung tragen, besonders der Absteiger muss sich inzwischen öfter mal Spott über den HSV anhören.


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  • Der Abendkurs sollte in der Französischklausur fünf Hobbys nennen. Fünf einfache Punkte, weil man da ja nun wirklich alle sportlichen, kulturellen oder sonstigen Aktivitäten aufzählen kann. Man muss auch nicht unbedingt seine eigenen Hobbys aufführen, aber manchmal führt das doch zu erstaunlichen Ergebnissen:

    la télévision

    le foot

    la pêche

    le bricolage

    l'alcool

    Drei der Hobbys werden dann wohl in der nächsten Zeit intensiv kombiniert, wenn die Fußballweltmeisterschaft beginnt.


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  • Ich mag Französischstunden, wirklich, außer denen, die so früh beginnen, dass die Gehirne noch im Schlafmodus sind, und denen vor einer Mathearbeit. Dann sind die Gehirne zwar schon im Funktionsmodus, aber eben auch nur im Funktionsgleichungsmodus. Da hilft es mir, die Zeit mit einem Vokalbeltest auszufüllen oder zum xten Mal die Veränderlichkeit des Partizips beim Passé Composé mit être zu verdeutlichen. Klingt kompliziert, ist aber leicht und logisch. Kein Vergleich zu mathematischen Funktionsgleichungen. Was aber hilft den Studierenden über so eine lästige Pufferstunde vor der Mathearbeit hinweg? Klar, ein Vokabeltest, außerdem heimliche Matheübungen und überraschenderweise Körperkunst. Körperbemalung und Tätowierungen sind eine uralte Kunstrichtung, die bereits in frühen Kulturen weltweit verbreitet waren. Magie, Kunst, Spiel, sich eine neue Haut erschaffen, faire peau neuf.

    L'élégance du scorpionIn jener von Vokabeltests und Mathematikklausuren geplagten Klasse nun ließen sich heute zwei interessante Phänomene beobachten: ein echtes Tatoo, das aussieht wie eine Filzstiftmalerei und eine Filzstiftmalerei, die aussieht wie ein echtes Tatoo. Die begnadete Künstlerin des Filzstift-Tatoos war die dem Blog bereits bekannte Leonie mit den samtig-weichen Lippen, die allein mit Hilfe eines Handybildes einen Skorpion auf Alexanders Arm zauberte. Da beide gleichzeitig geistig auch mit dem Passé Composé beschäftigt waren, hoffe ich zumindest, ließ ich Leonie ihr Werk vollenden und erbat mir dann ein Foto von Alexanders Arm. Mal sehen, ob er sich den Skorpion nun in die Haut stechen lässt.


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  • Wie ich mehrfach beschrieben habe, ziehen Tiere in der Klasse immer die Aufmerksamkeit auf sich. Das gilt besonders für Wespen, aber auch für harmlose Insekten wie Maikäfer und Libellen. Erstaunlich unauffällig ist dagegen Happy, Annabells kleiner Hund, der 80 Minuten lang so still auf seiner Decke liegt, dass man ihn vergisst und umso überraschter ist, wenn er mal ein Geräusch macht. Ich bin ja echt nicht für Hunde in der Schule, aber Happy zähle ich einfach zur Deko.

    Dangerous creaturesUngewöhnlich dagegen sind Vögel in der Klasse, bisher hatten wir auch eher doofe Tauben, die gegen die Scheibe geflogen sind. Am Mittwoch verflog sich aber doch ein kleiner Vogel und versuchte, durch die Oberlichter zu entkommen oder sich hinter den Vorhängen zu verstecken. Ich erwartete unmittelbar eine Massenpanik, aber vielleicht habe ich auch nur zu oft Hitchcocks Vögel gesehen. Jedenfalls blieben alle ganz ruhig und waren besorgt um den Piepmatz. Daniel schaffte es sogar, ihn mit der Hand zu fangen und zum Fenster zu tragen. Da stand er dann und hatte Hemmungen, ihn einfach aus dem Fenster zu werfen. Aber wie Tom richtig bemerkte, so ein Vogel kann ja fliegen. Nur den Spott bekam er dann trotzdem noch ab. " Du bist ja gemein, schmeißt den armen Vogel einfach aus dem Fenster. Wahrscheinlich bist du auch so einer, der Fische unter Wasser drückt."

    Vermutlich ist Daniel auch wirklich nicht zu schlimmeren Gemeinheiten fähig.


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  • Ein unbekannter Kommentator  meines Blogs wollte mehr von der S2k hören, er soll nicht enttäuscht werden.

    Ich hatte bereits erwähnt, dass in dieser Klasse zuweilen die Erregung aus dem Nichts entsteht. Manchmal gibt es aber auch einen guten Grund für erregende Momente, die sich dennoch anderen Zeitgenossen nicht so offensichtlich präsentieren. So habe ich die Seite 59 in unserem Lehrbuch bisher für völlig harmlos gehalten und auch bei häufiger Lektüre nur diverse Übungen erkennen können. Nicht so die S2k, die nicht einfach nur die Verben lire, dire und écrire in Übung 3 einsetzte, sondern auch erkannte, dass sich daneben ein pornographisches Foto befindet.

    Schulbibliothek mit Pornographie

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Ein CDI in einer französischen Schule, also eine Schulbibliothek, aber der Teufel bzw. die Hölle steckt im Detail. Noch nicht gefunden?

    Ich brauchte tatsächlich eine Lesebrille und fand es sogar dann noch schwierig. Ganz unten links in der Ecke im Zeitschriftenregal befindet sich das erregende Detail.

    Konjugation und Kopulation  esprits tordus 

    Wenn man sehr gute Augen hat und den geschulten Blick der S2k, erkennt man das Wort sexe mit gekreuzten Körpern als x. Bevor ich soweit war, hatte man bereits den Titel "Les enfers du sexe", also die Höllen des Sex, gegoogelt und war auf die Zeitschrift gestoßen. Allerdings ist es kein Pornoblatt, das da in einer Schule ausliegt, sondern die überaus renommierte Literaturzeitschrift Magazine Littéraire.

    Junge Menschen müssen an die Literatur herangeführt werden.

     

     

     

     

     

     

     

     

    Trotzdem bin ich mir sicher, welche Einzelheiten des Französischunterrichts den Studierenden in Erinnerung bleiben werden. Die Verben lire, dire, écrire wahrscheinlich nicht.

     


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