• Der Abendkurs sollte in der Französischklausur fünf Hobbys nennen. Fünf einfache Punkte, weil man da ja nun wirklich alle sportlichen, kulturellen oder sonstigen Aktivitäten aufzählen kann. Man muss auch nicht unbedingt seine eigenen Hobbys aufführen, aber manchmal führt das doch zu erstaunlichen Ergebnissen:

    la télévision

    le foot

    la pêche

    le bricolage

    l'alcool

    Drei der Hobbys werden dann wohl in der nächsten Zeit intensiv kombiniert, wenn die Fußballweltmeisterschaft beginnt.


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  • Wie ich mehrfach beschrieben habe, ziehen Tiere in der Klasse immer die Aufmerksamkeit auf sich. Das gilt besonders für Wespen, aber auch für harmlose Insekten wie Maikäfer und Libellen. Erstaunlich unauffällig ist dagegen Happy, Annabells kleiner Hund, der 80 Minuten lang so still auf seiner Decke liegt, dass man ihn vergisst und umso überraschter ist, wenn er mal ein Geräusch macht. Ich bin ja echt nicht für Hunde in der Schule, aber Happy zähle ich einfach zur Deko.

    Dangerous creaturesUngewöhnlich dagegen sind Vögel in der Klasse, bisher hatten wir auch eher doofe Tauben, die gegen die Scheibe geflogen sind. Am Mittwoch verflog sich aber doch ein kleiner Vogel und versuchte, durch die Oberlichter zu entkommen oder sich hinter den Vorhängen zu verstecken. Ich erwartete unmittelbar eine Massenpanik, aber vielleicht habe ich auch nur zu oft Hitchcocks Vögel gesehen. Jedenfalls blieben alle ganz ruhig und waren besorgt um den Piepmatz. Daniel schaffte es sogar, ihn mit der Hand zu fangen und zum Fenster zu tragen. Da stand er dann und hatte Hemmungen, ihn einfach aus dem Fenster zu werfen. Aber wie Tom richtig bemerkte, so ein Vogel kann ja fliegen. Nur den Spott bekam er dann trotzdem noch ab. " Du bist ja gemein, schmeißt den armen Vogel einfach aus dem Fenster. Wahrscheinlich bist du auch so einer, der Fische unter Wasser drückt."

    Vermutlich ist Daniel auch wirklich nicht zu schlimmeren Gemeinheiten fähig.


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  • Ein unbekannter Kommentator  meines Blogs wollte mehr von der S2k hören, er soll nicht enttäuscht werden.

    Ich hatte bereits erwähnt, dass in dieser Klasse zuweilen die Erregung aus dem Nichts entsteht. Manchmal gibt es aber auch einen guten Grund für erregende Momente, die sich dennoch anderen Zeitgenossen nicht so offensichtlich präsentieren. So habe ich die Seite 59 in unserem Lehrbuch bisher für völlig harmlos gehalten und auch bei häufiger Lektüre nur diverse Übungen erkennen können. Nicht so die S2k, die nicht einfach nur die Verben lire, dire und écrire in Übung 3 einsetzte, sondern auch erkannte, dass sich daneben ein pornographisches Foto befindet.

    Schulbibliothek mit Pornographie

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Ein CDI in einer französischen Schule, also eine Schulbibliothek, aber der Teufel bzw. die Hölle steckt im Detail. Noch nicht gefunden?

    Ich brauchte tatsächlich eine Lesebrille und fand es sogar dann noch schwierig. Ganz unten links in der Ecke im Zeitschriftenregal befindet sich das erregende Detail.

    Konjugation und Kopulation  esprits tordus 

    Wenn man sehr gute Augen hat und den geschulten Blick der S2k, erkennt man das Wort sexe mit gekreuzten Körpern als x. Bevor ich soweit war, hatte man bereits den Titel "Les enfers du sexe", also die Höllen des Sex, gegoogelt und war auf die Zeitschrift gestoßen. Allerdings ist es kein Pornoblatt, das da in einer Schule ausliegt, sondern die überaus renommierte Literaturzeitschrift Magazine Littéraire.

    Junge Menschen müssen an die Literatur herangeführt werden.

     

     

     

     

     

     

     

     

    Trotzdem bin ich mir sicher, welche Einzelheiten des Französischunterrichts den Studierenden in Erinnerung bleiben werden. Die Verben lire, dire, écrire wahrscheinlich nicht.

     


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  • Eigentlich hatten wir das Thema Sprachvarietäten in der S4b bereits abgeschlossen, aber die Zeitungsnachricht über die Rentnerin Marlies Krämer und ihren Rechtsstreit gegen die Sparkasse musste doch zum Thema Gendersprache noch gewürdigt werden.

    Gerade hatte der Bundesgerichtshof entschieden, sie habe kein Recht darauf, von der Sparkasse in Formularen als "Kundin" statt als "Kunde" angesprochen zu werden. In dem Zusammenhang konnte man einiges darüber lesen, dass Frau Krämer bereits in anderen Fällen auf sprachliche Ungleichbehandlung aufmerksam gemacht hatte.

    Das war auch bei einem der Herren in der Klasse angekommen, der sich darüber ausließ, dass diese Frau Krämer ja eine nervige Feministin sei, die sich andauernd darüber beschwerte, wenn Frauen in der Sprache diskriminiert würden.

    Wenn ihn das schon störte, wie wäre es dann erst, wenn Frauen womöglich auch noch gleiches Gehalt haben wollten, fragte ich ihn.

    Die Antwort kam prompt und folgerichtig, aber hoffentlich nicht ganz ernst gemeint: "Ja genau, wer soll das denn bezahlen?"

     


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  • Nicht dass ich schon Altersdepressionen hätte, die spare ich mir für nächste Woche auf. Aber manchmal wird man doch sehr unsanft daran erinnert, dass auch der geistige Verfall immer näher rückt.

    Gestern Abend in der 4b sprachen wir über den Einfluss anderer Sprachen auf das Deutsche, besonders über Anglizismen. Am Schluss teilte sich die Klasse in zwei Gruppen, um diese entweder zu verteidigen oder zu kritisieren.

    Aus der Gruppe der Puristen kam das Argument, dass es gerade für ältere Leute schwer sei, Anglizismen zu verstehen. Da setzte bei mir bereits die erste Stufe einer leichten Depression ein. Niederschmetternd war allerdings Annabelles Gegenargument: Das ist nicht so schlimm, die leben ohnehin nicht mehr so lange.


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