• Patrie et sacs à mainSeit gestern Nacht bin ich endlich im Besitz einer Kokarde. Diese Abzeichen kamen besonders während der französischen Revolution in Mode, um seine revolutionäre Gesinnung zur Schau zu stellen. Meine Kokarde ist ein bisschen harmloser und beweist nur, dass niemandem in meiner Klasse eine gewisse Vorliebe für Frankreich und Taschen aller Art verborgen blieb. Na gut, wir waren ja zusammen in Nizza und auf dem Markt in Ventimiglia. Und ich war auch nicht die einzige, die Handtaschen gekauft hat. Seit gestern habe ich übrigens auch eine plüschige Nilpferdtasche, die ich wohl als Etui benutzen werde.

    Natürlich bekamen alle Kolleginnen und Kollegen eine Kokarde, es gab die Sportskanone, Königin Pythagora, das Windschiff, den Absteiger, die Lady mit dem Einhorn, Mr. Perfect und Miss Pingelig. Vermutlich werden nicht alle ihre Kokarden mit der gleichen Begeisterung tragen, besonders der Absteiger muss sich inzwischen öfter mal Spott über den HSV anhören.


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  • Ich mag Französischstunden, wirklich, außer denen, die so früh beginnen, dass die Gehirne noch im Schlafmodus sind, und denen vor einer Mathearbeit. Dann sind die Gehirne zwar schon im Funktionsmodus, aber eben auch nur im Funktionsgleichungsmodus. Da hilft es mir, die Zeit mit einem Vokalbeltest auszufüllen oder zum xten Mal die Veränderlichkeit des Partizips beim Passé Composé mit être zu verdeutlichen. Klingt kompliziert, ist aber leicht und logisch. Kein Vergleich zu mathematischen Funktionsgleichungen. Was aber hilft den Studierenden über so eine lästige Pufferstunde vor der Mathearbeit hinweg? Klar, ein Vokabeltest, außerdem heimliche Matheübungen und überraschenderweise Körperkunst. Körperbemalung und Tätowierungen sind eine uralte Kunstrichtung, die bereits in frühen Kulturen weltweit verbreitet waren. Magie, Kunst, Spiel, sich eine neue Haut erschaffen, faire peau neuf.

    L'élégance du scorpionIn jener von Vokabeltests und Mathematikklausuren geplagten Klasse nun ließen sich heute zwei interessante Phänomene beobachten: ein echtes Tatoo, das aussieht wie eine Filzstiftmalerei und eine Filzstiftmalerei, die aussieht wie ein echtes Tatoo. Die begnadete Künstlerin des Filzstift-Tatoos war die dem Blog bereits bekannte Leonie mit den samtig-weichen Lippen, die allein mit Hilfe eines Handybildes einen Skorpion auf Alexanders Arm zauberte. Da beide gleichzeitig geistig auch mit dem Passé Composé beschäftigt waren, hoffe ich zumindest, ließ ich Leonie ihr Werk vollenden und erbat mir dann ein Foto von Alexanders Arm. Mal sehen, ob er sich den Skorpion nun in die Haut stechen lässt.


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  • Ein unbekannter Kommentator  meines Blogs wollte mehr von der S2k hören, er soll nicht enttäuscht werden.

    Ich hatte bereits erwähnt, dass in dieser Klasse zuweilen die Erregung aus dem Nichts entsteht. Manchmal gibt es aber auch einen guten Grund für erregende Momente, die sich dennoch anderen Zeitgenossen nicht so offensichtlich präsentieren. So habe ich die Seite 59 in unserem Lehrbuch bisher für völlig harmlos gehalten und auch bei häufiger Lektüre nur diverse Übungen erkennen können. Nicht so die S2k, die nicht einfach nur die Verben lire, dire und écrire in Übung 3 einsetzte, sondern auch erkannte, dass sich daneben ein pornographisches Foto befindet.

    Schulbibliothek mit Pornographie

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Ein CDI in einer französischen Schule, also eine Schulbibliothek, aber der Teufel bzw. die Hölle steckt im Detail. Noch nicht gefunden?

    Ich brauchte tatsächlich eine Lesebrille und fand es sogar dann noch schwierig. Ganz unten links in der Ecke im Zeitschriftenregal befindet sich das erregende Detail.

    Konjugation und Kopulation  esprits tordus 

    Wenn man sehr gute Augen hat und den geschulten Blick der S2k, erkennt man das Wort sexe mit gekreuzten Körpern als x. Bevor ich soweit war, hatte man bereits den Titel "Les enfers du sexe", also die Höllen des Sex, gegoogelt und war auf die Zeitschrift gestoßen. Allerdings ist es kein Pornoblatt, das da in einer Schule ausliegt, sondern die überaus renommierte Literaturzeitschrift Magazine Littéraire.

    Junge Menschen müssen an die Literatur herangeführt werden.

     

     

     

     

     

     

     

     

    Trotzdem bin ich mir sicher, welche Einzelheiten des Französischunterrichts den Studierenden in Erinnerung bleiben werden. Die Verben lire, dire, écrire wahrscheinlich nicht.

     


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  • Zu meiner großen Überraschung schlug Alex aus der S2k heute vor, die Klasse könnte in einem Blog etwas über mich schreiben, schließlich würde ich sie ja auch in meinem Blog verwenden. Woher sie überhaupt über meinen Blog Bescheid wissen, war nicht ganz klar, irgendjemand hatte ihnen davon erzählt. Leonie hatte auch gelesen, dass ich sie zitiert habe und es dafür sogar einen Kommentar gab.

    Getretner Quark wird breit, nicht stark. (J.W. Goethe)Eigentlich ist mein kleiner Blog ja nur so für mich und ein paar Bekannte und Studierende, die schlau genug sind, ihn zu finden. Meine KollegInnen haben vermutlich keine Ahnung oder kein Interesse, allerdings weiß meine Klasse natürlich davon, da sie öfter zitiert wurde. Kann es sein, dass der Kommentator aus meiner Klasse stammt und sich auf die Suche nach Leonie mit den samtig-weichen Lippen gemacht hat? Von allen Optionen erscheint mir diese als die wahrscheinlichste und ich hätte sogar eine Vermutung. Es könnte aber auch eine Familiensache sein, manchmal sprechen Brüder ja miteinander.

    Na denn, liebe S2k, weiter so! Meine Klasse ist ja nun fast fertig, da kommt nicht mehr viel.


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  • Eigentlich hatten wir das Thema Sprachvarietäten in der S4b bereits abgeschlossen, aber die Zeitungsnachricht über die Rentnerin Marlies Krämer und ihren Rechtsstreit gegen die Sparkasse musste doch zum Thema Gendersprache noch gewürdigt werden.

    Gerade hatte der Bundesgerichtshof entschieden, sie habe kein Recht darauf, von der Sparkasse in Formularen als "Kundin" statt als "Kunde" angesprochen zu werden. In dem Zusammenhang konnte man einiges darüber lesen, dass Frau Krämer bereits in anderen Fällen auf sprachliche Ungleichbehandlung aufmerksam gemacht hatte.

    Das war auch bei einem der Herren in der Klasse angekommen, der sich darüber ausließ, dass diese Frau Krämer ja eine nervige Feministin sei, die sich andauernd darüber beschwerte, wenn Frauen in der Sprache diskriminiert würden.

    Wenn ihn das schon störte, wie wäre es dann erst, wenn Frauen womöglich auch noch gleiches Gehalt haben wollten, fragte ich ihn.

    Die Antwort kam prompt und folgerichtig, aber hoffentlich nicht ganz ernst gemeint: "Ja genau, wer soll das denn bezahlen?"

     


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